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Reimrede zur Berliner Bibelwoche 1998

Ach lieber Gott wo bleibt die Zeit,
jetzt ist es wieder mal so weit.
Berlin, erquickend und erlabend
mit der Bibelwoche bunten Abend.

Vergang’nes Jahr lacht’ man sich schief
Doch diesmal las ich in dem Brief:
Wenn das Ganze soll gelingen,
muß jeder etwas dazu bringen.

Und da dacht’ ich mir zu Hause,
wenn das Programm mir läßt ‘ne Pause,
dann reim’ ich einfach was ins Blaue.
Doch die Idee hatt’ auch schon Boersma’s Bouwe.

Er begann das Treffen mit ‘ner Dichtung,
ach was soll’s, ich mach’ auch was in der Richtung.
Doch laßt uns den Blick auf die Bibel lenken
und des Herrn Wort Glauben schenken.

Herz Augen und die Ohr’n sind offen,
denn das Thema hier heißt einfach „hoffen".
Und wer sagt: „So leicht ist das nicht zu machen.",
der versucht’s doch einfach mal mit Lachen.

Denn dem Tode nimmt man seine Macht,
wenn man ihn getrost verlacht.
Hosea hat’s vorhergeschaut,
und Paulus lehrhaft ausgebaut:
das höchste Gut der Christen eben,
ist der Glaube ans ewige Leben.

Doch eine Frage, die bewegt uns sehr.
Nein, nicht nur unser Heil, viel mehr:
Was ist denn mit all den andern,
denen, die auf falschen Pfaden wandern.

Werden sie auch Gottes Gnade finden,
oder werden sie im Nichts verschwinden,
oder was noch wär’ viel schlimmer,
schmoren in der Höllenglut für immer?

Doch, und das sag ich ohne Spott,
gut daß der Mensch nicht ist wie Gott.
Vielleicht schenkt Gott viel mehr Gnade.
Für uns wär’s ja gar kein Schade,
wenn Gott nicht nur die richtig Netten,
nein, auch die Bitterbösen tät’ erretten.
 
Doch warum soll ich sein bei den Frommen,
wenn doch alle in den Himmel kommen?
Doch wenn alles anders ist,
und du dann bei den Falschen bist?
Dann guckst du nämlich in die Röhre,
mit Sicherheit, ich schwöre.

Drum woll’n wir folgen unserm Herrn,
nicht widerwillig, sondern gern.
Doch lassen wir doch Gott auch Platz,
für seiner Gnade übergroßen Schatz.

Die Bibelarbeit, ist das eine,
doch auch Berlin fordert das Seine.
Wir hatten dafür reichlich Raum,
doch alles sehen kann man kaum.

Was gibt’s nicht alles hier zu sehn,
der Berliner sagt: „Ne is det scheen!"
Rathaus, Dom, Unter den Linden,
und den Ku-Damm gilt es auch zu finden.

Doch wenn man seine Wahl getroffen,
bleibt manches noch für nächst’ Mal offen.
Und so ist’s dann beim nächsten Mal,
daß man wieder hat die Qual.

Und wenn einer sagt dann: „Pergamon!",
dröhnt’s: „Ach ne, ne, ne, da war ich schon!"
Doch in Berlin gibt’s mehr noch als Kultur.
Ich machte mit dem Rad so manche Tour.

Weil Räder, die nicht rollen, rosten,
fuhr ich zuerst zum See im Osten.
Der Müggelsee ist ziemlich flach,
da steht der Wannsee ihm nicht nach.

Da sitz’ ich dann auch heute,
rechts und links, ganz viele Leute,
die schnell sich im Lokal versteckt,
weil Blitz und Donner alle schreckt.
Wie soll nur, bei all’ dem Krach,
ich Reime finden, ach?

Da fällt mir nur noch einer ein:
Pack die Badehose ein,
kauf für’s Rad ‘n S-Bahn-Schein
und dann hau schnell ab vom Wannsee...

Michael Nitzke, Berlin, den 6.6.1998
 

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