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Büttenrede 2010 (10.02.2010)

Karnevals-Feier  der Seniorenkreise im Bezirk Kirchhörde der Evangelischen Philippus-Kirchengemeinde Dortmund


Hallo Ihr lieben Leut,
der jecke Pastor grüß euch heut!

Nun sitzt ich hier bequem an meinem Arbeitstisch,
Denn langsam wird es hier bald ernst und kritisch.
Die jecke Zeit kommt nun zu ihrem höchsten Gipfel,
doch ich habe noch nicht mal einen kleinen Zipfel,
von meiner alljährlichen Büttenrede fertig,
für einen Narren ist das ja wohl echt grenzwertig.
Wie soll ich euch denn närrisch heut erbauen,
ich kann doch nicht einfach irgendwas klauen.

Da fällt mir ein, was jüngst passiert,
und euch sicher auch hier int‘ressiert.
Im fernen Aachen gibt es einen schönen Brauch,
den finden ganz nett viele andere auch.
Wie amüsiert man die jecken Oppis und Ommis?
Natürlich mit ‘ner lust‘gen Rede eines Promis!
Es werden keine Kosten und Mühen gescheut,
Hauptsache ist, wenn das Publikum sich freut.
Doch berühmte Leute zu finden ist nicht leicht,
man muss auch bedenken, wofür die Knete reicht.
Ach was soll denn das Theater,
fragen wir den Landesvater.

Der nimmt von den Spaßvögeln bestimmt kein Geld,
ihm reicht’s, wenn er ihre Stimmen bald erhält.
Ja, das gibt der Prunksitzung den rechten Schub,
wenn der Büttenredner kommt aus Rüttgers Club.
Hört zu und pass auf, dass du hier was lernst,
es geht um den Orden wider den tierischen Ernst.
So ein Politiker tut für Qualität bürgen,
selbst wenn es sich dreht um Rüttgers Jürgen.
Der hat auch Erfahrung mit dem Karneval,
hielt Büttenreden schon fast überall.
Doch dieses Jahr ist dem Spitzenkandidaten,
der Auftritt schließlich gründlich missraten.

Es ist wirklich schwer ‘ne neue Rede zu gestalten,
drum klaut er einfach was von seiner alten.
Nein, er nimmt die Rede nicht von seiner Frau,
der Angelika stiehlt er wirklich nicht die Schau.
Vor zwei Jahren litten in Warendorf die Westfalen,
schon unter seinen lauen Gags die Höllenqualen.
Die hat er in Aachen einfach noch mal aufgewärmt.
Tags drauf hat im Landtag die Opposition gelärmt.

Die Pointen waren nicht nur alt und angegraut,
die Rede hat er nicht mal selbst zusammengebaut.
Aber nicht mal das ist in Aachen neu, ohne Scherz,
‘ne geklaute Rede hielt dort schon Friedrich Merz.
Der hat diesen Fehler auch noch nicht überwunden,
denn er ist seitdem im Niemandsland verschwunden.

Blamiert sich in der Bütt mit Glanz und Gloria,
und wird gewählt zum Staatschef von Utopia,
und eine hofft, dass er dieses Ziel auch schafft,
das ist die rote Kandidatin Hannelore Kraft.
Die muss sich bald in ‘ner neuen Farbe schminken,
denn rot sind ja bekanntlich auch die Linken.
Und mit denen ist ja hier kein Staat zu machen.
So wird Rüttgers Jürgen sich ins Fäustchen lachen,
wird man ihn wieder mit dem höchsten Amt bekleiden,
kann er ja einfach die alten Reden abschreiben.

Ein Ausflug in die Politik so auf die Schnelle,
kommt heut nicht aus ohne Herrn Westerwelle.
Frisch gewählt feilt Angela an ihrem Kabinett,
denkt, wenn ich doch jemand andern als Guido hätt.
Ja, das Außenamt für ihn wär gar nicht dumm,
denn zu Hause steht er doch nur in der Gegend rum.
Wer kriegt den ungeliebten Job von Ulla Schmidt?
Die is weg vom Fenster und kriegt es nicht mal mit.
Die Kabinettsbildung geht ja heute wie geschmiert,
zum Glück ist Herr Rösler auch schon konfirmiert,
wer so erfolgreich absolviert hat seine Kindheit,
ist wie geschaffen als Minister für Gesundheit.
Die von der Leyen braucht endlich was zu tun,
gefühlte neun Kinder hat sie wohl schon nun!
Die kriegt das Bundesministerium für Arbeit,
dann bleibt ihr zum Kinderkriegen keine Zeit.
Doch wer soll dann ihren Job für Familie machen?
Dafür findet Angela jemand, wär doch zum Lachen.
Kanzlerin zu sein ist schwer, oh weh und ach!
Wer sagt denn, das man Ahnung haben muss vom Fach?

Das Kristina-Kind ist doch eigentlich ganz nett,
wie wär‘s, wenn sie den Job der Super-Nanny hätt?
Kinder hat sie noch nicht, und ich glaube,
sie ist noch nicht einmal unter der Haube.
Doch was gäb‘s, was Mutter Angela nicht kann,
sucht sie ihr halt höchstpersönlich einen Mann
Und bis zur nächsten Bundestagswahl,
hat sie ein, zwei Kinder allemal.
Der Mann kriegt dann schnell was Vätergeld,
und schon ist die Personalie aus der Welt.
Wer ist denn für die Wirtschaft wohl im Stande?
Da nehm ich das Brüderchen aus dem Schwabenlande.

Nur einer hätt der Mutti fast die Schau gestohlen!
Ne, das war nicht der Guido, als er war in Polen.
Nein, das war der Freiherr von und zu…
In der Wirtschaft wurde er zum Star im Nu.
Von Karl-Theodors Erfolg war sie gar nicht angetan
Drum macht sie ihn zum Oberst von Afghanistan.
Die anderen Minister machen ihr kaum Stress.
So liebt sie auch ihr Regierungs-Business.

Dann und wann legt sie sich im Kanzleramt zur Ruh,
und fällt in einen tiefen Schlaf mit Traum im Nu.
Dann erschient ihr schwarzgelb als tief missraten,
wie schön, war‘s doch mit den Sozialdemokraten.
Als Gegner muss man sich zumindest respektieren,
als Freunde kann man sich ganz schnell blamieren!
Ja, auch wenn man nur ist unter Roten,
hat man sich schnell verbrannt die Pfoten.

In Dortmund, unsrer schönen Westfalenmetropole,
gab es da auch so manche politische Kapriole.
Weil‘s so schön war, machen wir’s noch mal.
Und so schreiten wir zur Bürgermeisterwahl.
Der alte OB, denn man gar nicht mehr wollte,
wusste nicht, was er dagegen machen sollte.
So dachte er sich, einen Trumpf, den hab ich noch.
Und verschwieg der Politik das Haushaltsloch.
Die Nachricht wurde schnell ganz zum Skandal,
das ist Betrug an der ganzen Bürgermeisterwahl.
Ob er Bürgermeister war, wusste er nicht so genau.
Gewählt hat man zwar den Kandidaten Ulrich Sierau.
Doch seine Überraschung war dann doch sehr groß,
kaum hatte er den Posten, war er ihn schon los.
Manch Hinterbänkler aus dem Stadtrat dachte sich:
Sicher pack ich die Wiederwahl so einfach nich,
darum sollte ich‘s einfach mal doch wagen,
und gegen den ganzen Wiederwahlzirkus zu klagen.

Bisher waren wir ja die Stadt Dortmund nur,
doch zwanzig-zehn sind wir Hauptstadt der Kultur.
Unsre Nachbarn hab‘n uns wahrlich nicht vergessen,
die Kohlen aus dem Feuer holen wir nun für Essen.
Früher kämpften Bochum, Dortmund oder Wattenscheid
heute demonstrieren wir alle munter Einigkeit,
entweder wir tun bald alle gemeinsam untergehn,
oder wir sagen: „Wir sind nun Ruhr.Zwanzig-Zehn!“

Ob wir Geld nun haben oder keins,
was juckt das denn nun unsereins,
die Welt denkt nun hier tobt der Bär,
lassen wir sie glauben diese Mär.

In Dortmund gibt es eine wirkliche Konstante,
das ist die Borussia, unsre alte liebe Tante.
Die alte Dame wird hundert nun in diesem Jahr,
ohne Fußball wär Dortmund nichts, das ist ja klar.
Sechs Meistertitel ha‘m wir in der Zeit gesammelt,
Nur das Tor war nicht die ganze Zeit verrammelt.
Dauernd kommen da Leute in blau oder auch in rot,
und bringen unseren Torwart ganz schwer in Not.
7 Mal war Schalke Meister auf dem Tabellenblatt,
doch das letze Mal fand das achtundfünfzig statt.
Mehr als fünfzig Jahre Gelsenkirchen ohne Schale,
da freut sich Dortmund, der 100jährige Rivale.

In der Stadt beginnt die Zukunft nun endlich doch,
denn hinterm Westhellweg klafft ein großes Loch.
ECE baut dort ein schönes neues Shopping-Center,
Einkaufen wird dort bald sehr viel effizienter.
Doch was nützt das dem Dortmunder ohne Geld,
wo er vom Jobcenter auch kein Neues erhält?

In Dortmund gab es früher noch die schwarze Kohle,
sie verhalf dem Dortmunder zu materiellem Wohle.
Hart malochen tat er für den weltberühmten Stahl,
er verdiente gut, auch wenn es öfter war ne Qual.
Davon wurde er beileibe kein ganz großes Tier,
aber er freute sich an seinem kühlen blonden Bier.
Kohle, Stahl und Bier sind nun fast verschwunden,
wie haben wir Dortmunder die Krise überwunden?
Wir hoffen, dass der Phoenixsee uns Freude macht,
und wir dann entspannen in der neuen Segeljacht.

Wer in Dortmund Politik macht ist uns schiet-egal,
denn Filz machen sie auf beiden Seiten allzumal,
Früher war er der Spitzenkandidat der Ceh-Deh-Uh,
nun brachte er sein Schäfchen ins Trockene im Nu.
Ein richtiger Politiker, der einfach alles kann:
Hengstenberg wird bald Dortmunds Chef-Müllmann.
Er ärgerte die Roten in Dortmund seit eh und jeh,
und jetzt machen gerade die ihn zum Kopf der EDG.
Bei Gründung der EDG dachte die SPD an Morgen:
Zur Not können wir hier die Opposition entsorgen.

Einer kann es nicht mit ansehen, er flennt,
es ist in Arnsberg der Regierungspräsident.
An Dortmund beißt er sich wirklich die Zähne aus,
so streicht er den Bochumern nun ihr Konzerthaus.
Irgendwas muss man ja im Sauerland auch machen,
sonst hat man da ja wahrhaftig nichts zu lachen.

Letztes Jahr habe ich Sie ja hier versetzt,
ich hoffe ich habe Sie deshalb nicht verletzt.
Bruder Schneider hat meine Rede ja verlesen,
derweil versuchte ich zu Hause zu genesen.

Noch mal bin ich darauf wirklich nicht erpicht,
doch richtig weg ist das Zipperlein noch nicht.
Am liebsten tue ich einfach die Füße hoch legen,
doch mancher rümpft die Nase vielleicht deswegen.
Doch bitte, schreit nicht alle „weh und ach“,
solange ich bleib mit hochgelegten Füßen wach,
ist ja nun noch nichts schlimmes hier passiert,
ich hoff‘ die Ausrede wird von Ihnen akzeptiert.

Früher hab ich Karneval immer etwas Post bekommen,
das habe ich dann gerne in die Rede reingenommen.

Auch in diesem Jahr sich was in der Mailbox fand
Es war ein freundlicher Mensch aus dem Hessenland.
Wir kennen aus dem Fernsehen die Meenzer Fasnet,
Doch Mainz ist Rheinland-Pfalz nicht zu vergessen,
Dagegen ist Wiesbaden die Hauptstadt von Hessen.
Doch was der Hesse schrieb, das verstand ich net.
Wenn ich davon nichts klau, gibt’s keinen Streit,
des Hessens Büttenreden stehen unter Copyright!
Wir hätten‘s begriffen, wenn er‘s verlesen hätte,
das glaub ich fest, darauf steht jede Wette.
Drum laden wir ihn herzlich ein zum nächsten Jahr,
dann bringt Cassius Elste hessische Mundart dar.

Derweil hör ich beim Tippen fleißig kölsche Tön,
das find ich wirklich karnevalistisch wunderschön.

Ming Famillisch kütt aal us de berjische Land,
und die minger Frau sich n Stück hingr Kölle fand.
Doch in Kölle sin se aal katholisch,
un nur janz wenisch evanjelisch.

Die ganz wenigen Kölner Protestanten,
sind ganz sicher Preußens Immigranten.
So tut der Kölner sich schwer mit den preußischen
Und mag sie eigentlich nicht die evangelischen.
Ich werde Ihnen da gleich mal ein Lied vorspielen,
wo kölsche Atheisten vor uns in Spott verfielen.
Jürgen Becker reißt sich da zu diesen Worten hin:
„Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin.“
Inzwischen werden wir gar nicht melancholisch,
wir sind dankbar, dass wir sind nicht katholisch.

Protestanten machen es den andern heute schwer,
denn sie kommen mit ‘ner Frau als Chefin daher.
„Wir sind Papst“, schrieb eine große Zeitung,
„Wir sind Bischöfin“, findet nun Verbreitung.

Frau Käßmann lässt sich nicht verbieten den Mund,
Im Gegenteil, wenn sie predigt, geht es rund.
Zu Silvester predigt sie was zu Afghanistan,
Der Minister wünschte, sie hätte es nicht getan.
So war der Skandal, ausgelöst durch ihre Predigt,
auch am Neujahrstag noch lange nicht erledigt.
Obwohl die beiden sind nun grundverschieden,
wünschen sie sich doch nichts als Frieden.
Und so führte der Knatsch noch zu ‘nem Rendezvous
von Frau Bischöfin mit Herrn Minister „von und zu“.
Die Protestanten brauchen nicht mehr zu verzagen,
denn der Kriegsminister hat sich mit ihr vertragen.

Nur mit unserm Mann in Rom, dem Heiliger Vater,
hat die Mutter aller Evangelischen noch Theater.
In ‘ner Runde mit Herrn Gysi in Berlin sie spricht,
„Ökumenisch erwarte ich von Benedikt Neues nicht!“
Der Vatikan zeigt sich in seinem Radio etwas sauer.
Kein Wunder! Gegen Frauen wird der Ton schon rauer.
Doch vor Ort tut uns das gar nicht schrecken,
wenn die Oberen sich da gegenseitig necken,
wir machen unsere Sachen und freuen uns dran,
Bischofsgezänk geht uns im Alltag gar nichts an.

Was soll der Streit, ich weiß auch nicht wofür,
da kehr doch lieber jeder vor der eignen Tür.

Doch mit kehren und fegen geh mir weg, ach nee,
vor der Tür ist schon wieder alles voll Schnee.
Weiße Weihnachten wären schön gewesen,
da greift man auch gerne mal zum Besen.
Seit fünf Wochen schneit es jetzt so richtig doll,
von Neuschnee hab ich bald die Schnauze voll.
Ich möchte mal wieder in meinem Garten sitzen,
und unter der schönen Sommersonne schwitzen.
Nur einer wird am Schnee so richtig froh,
das ist der Salzkönig von Dortmund-Loh.

Der Kerl wollte nicht aufs Abtauen warten,
er ruft zu Hause an in den Karpaten:
„Jungs, packt Salz euch auf den LKW,
das brauchen wir in Dortmund für den Schnee.“
Nun parkt bei ihm schon fast die ganze Walachei,
das bringt im mächtig Ärger mit der Polizei.
Doch der stört sich nicht am Parkverbot,
und hat dem Schutzmann Prügel angedroht.
Da sehe ich nun schon die neue Schlagzeile fast:
„Der Salzkönig fegt Schnee im Hof vom Knast!“

Derweil bemüht die Stadt Dortmund sich ja fleißig,
doch Salz gibt‘s nicht, nur Schilder mit ‘ner 30.
Am Ruhrschnellweg kann man jetzt Billard spielen,
man muss nur immer auf die Schlaglöcher zielen,
und damit kein Billardspieler überfahren wird,
wird die B1 mit Tempolimit schnell verziert.
Der Autofahrer macht dann auch gerne mal ne Pause,
was soll er denn auch schon so früh zu Hause.

Da fällt wir doch noch etwas ein vom letzten Jahr,
wie das mit meiner letztjährigen Büttenrede war.
Auf meinen eignen Namen fiel mir kein Reim ein,
und doch erbat ich als Lohn ‘ne Kiste voll Rotwein.
Die kriegte ich auch und jemand tat sich beeilen,
um dazu zu reimen ein paar wunderschöne Zeilen:

Hallo, Pfr. Nitzke,
na, jetzt kiekste!
Ich dachte mir so im Insgeheimen,
mit deinem Namen kann man sehr wohl ein kleines bisschen rennen.
Karneval ist nun vorbei
und wir erlebten da so allerlei.
Beim Flotten Dreier sahen wir tolle Kostüme und Hüte,
es waren sogar Sträflinge da, die hatten lebenslänglich— du meine Güte —
Ich glaube es hat ihnen allen
gefallen,
sie kommen bestimmt nächstes Jahr wieder
und dann singen wir wieder wunderschöne Lieder.
Viele Leute haben sich viel Arbeit gemacht
aber dafür haben wir auch schön gelacht.
Du, Pfr. Nitzke,
na jetzt kiekste,
hast uns mal wieder eine wunderschöne Büttenred erdacht.
Die Menge hat darüber sehr gelacht-
Pfr. Schneider kam beim Vorlesen bald in schwitzen
aber das lag bestimmt an den Witzen.
Ich hörte, du wünschtest dir eine Holzkiste mit Wein
und so soll es sein.
Für deine Müh und Plag
hab ich sie dir besorgt an diesem Tag.
Trink Sie aus mit deiner lieben Frau,
vielleicht in den Ferien
- und denk dabei in Freundschaft - an deine Sekretärin –

(Christiane Bierwald)

Nur eine hat bei uns so viel Sprachgewalt,
das ist im Büro die liebe Frau Bierwald.
Bei ihr möchte ich mich ganz herzlich bedanken,
Ohne sie geriete die ganze Kirche ins Wanken.
Wenn ihre Chefs mal eben ein Fundraising machen,
hat die arme Sekretärin nichts mehr zu lachen.
Das Geld fließt zwar wie ein Wasserfall,
doch wer macht denn wohl die Arbeit all?

Am Sparkassenautomat ist nach ihr ne riesen Schlange.
Ihr Hintermann fragt, was machen Sie denn da so lange,
Kommen Sie denn mit dem Apparat nicht klar?
Oder holen Sie Ihre Auszüge vom ganzen Kalenderjahr,
Ne, sagt sie, das ist das Konto von den Brüdern und Schwestern,
das sind Spenden für die Kirche und zwar alle von gestern.

Im Gemeinde-Büro wieder angekommen,
wird die Arbeit in Angriff genommen.
Ein Besucher fragt, was machen Sie denn hier,
mit diesem riesigen Stapel voller Papier?
Ach mein Herr, sein se da mal nicht verwundert,
das sind nur Spendenquittungen, so an die 800.
Die Gemeinde hat ja so viel Geld gesendet,
insgesamt über hunderttausend Euro gespendet.
Dafür kann man wirklich nicht genug danken,
dafür wir auch gern mal in Arbeit versanken.

Der Kirchmeister tat dann noch ‘was Wein verkaufen,
was die Kirchhörder halt so in der Woche versaufen.

Der Baukirchmeister ist von Natur sehr sparsam,
und das ist bei Kirchens auch sehr ratsam.
So ist er von seinem Prinzip auch nicht abgewichen,
und hat aus den Rechnungen kräftig raus gestrichen.
Mit dem gesparten Geld und der Spendenmasse,
kommt die Kirchsanierung fast aus der Portokasse.

Das neue Schiff, das sich „Gemeinde“ nennt,
man bei uns unter dem Namen Philippus kennt.
Wir tun damit auch durch raue Gewässer schippern,
wenn ihr wollt steigt ein bei uns Philippern,
wir bringen die Herde mit all ihren Schafen,
sicher bis in den nächsten Zukunfts-Hafen.

So ‘ne Gemeinde besteht ja fast nur aus Engeln,
doch irgendwo ist ja immer einer am quengeln.
Wenn das Gequengel klingt ganz laut in den Ohren,
dann war es bestimmt einer von den Pastoren.

Manchmal kommt man sich vor wie im Irrenhaus
Dabei nehme ich mich selbst nicht mal aus.
Vieles ist jetzt einfach anders!
doch was ist das schon besonders?
Da soll man doch nicht so laut stöhnen,
daran muss man sich einfach gewöhnen.

Wie sorgt man denn für noch mehr Zufriedenheit,
in dieser allgegenwärtigen Krisenzeit?
Wir machen jetzt nur noch was Freude macht,
Pfingsten wieder ne schöne Kirchennacht,
und Probleme, Krisen und den ganzen andern Rest,
verdrängen wir bis nach dem nächsten Philippusfest.
Vielleicht haben wir sie bis dahin auch vergessen,
und dann können wir erst recht ermessen,
dass der liebe Gott uns richtig liebt,
weil er uns uns‘re Vergesslichkeit vergibt.

Ich bitte Gott, dass er uns froh hält und gesund,
uns Kirchenjecken in Philippus und ganz Dortmund.

Ihnen wünsch auf jeden Fall,
noch ‘n schönen Karneval,
helau und alaaf, na da kiekste,
sagt Ihnen nun Ihr Pfarrer Nitzke,


 

 

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